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Odysseus und die Sirenen: Gefährliche Schönheit

24 Juli

Odysseus und die Sirenen: Gefährliche Schönheit

Welcher Klang wäre es wert, dafür sein Leben zu riskieren? Der griechischen Mythologie zufolge waren die Sirenen geheimnisvolle Wesen, deren Gesang so betörend war, dass Seefahrer ihrem Ruf direkt in die Gefahr folgten, bis ihre Schiffe an den Klippen zerschellten. Das berühmte Gemälde „Ulysses and the Sirens“ von John William Waterhouse fängt den dramatischen Moment ein, in dem der legendäre griechische Held es wagte, dem betörenden Gesang zu lauschen – und überlebte.

Das 1891 entstandene Kunstwerk illustriert eine der berühmtesten Szenen aus Homers Odyssee. Da er wusste, dass der Gesang der Sirenen unwiderstehlich war, befahl Ulysses (im ursprünglichen griechischen Epos Odysseus genannt) seiner Mannschaft, sich die Ohren mit Wachs zu verschließen und ihn fest an den Mast des Schiffes zu binden. Auf diese Weise konnte er die legendäre Melodie hören, ohne ihr folgen zu können.

Eines der auffälligsten Details des Gemäldes ist Waterhouses Interpretation der Sirenen selbst. Heute stellt man sich Sirenen oft als meerjungfrauenartige Wesen vor, doch in der antiken griechischen Kunst wurden sie als halb Frau, halb Vogel dargestellt – genau so, wie sie hier zu sehen sind. Ihre dunklen Flügel umgeben das Schiff von allen Seiten und erzeugen ein Gefühl von Spannung und Gefahr. Unterdessen stemmt sich Odysseus gegen die Seile, gefangen zwischen Vernunft und Versuchung. Je genauer man hinsieht, desto mehr Dramatik entfaltet sich in jedem Detail der Szene.

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