Die „cartoon-artige aber reale“ Welt von Patrick LaMontagne
Die „cartoon-artige aber reale“ Welt von Patrick LaMontagne
Entdecke die kreative Reise von Patrick LaMontagne, einem Digitalkünstler, der Tiere mit einem charakteristischen Stil zum Leben erweckt, der sowohl cartoon-artig als auch real ist. Lies weiter und erfahre, wie seine Liebe zur Tierwelt und die Freude an der Verbundenheit jeden einzelnen Pinselstrich prägen.
Patrick, dein unverkennbarer Stil – ausdrucksstarke Tiere, die „cartoon-artig, aber real“ sind – hat einen sofortigen Wiedererkennungseffekt. Wie hat alles angefangen?
Ob du‘s glaubst oder nicht, am Anfang stand ein Bär. Der erste Grizzly, den ich 2009 gemalt habe, sollte nicht in irgendeiner Form skurril aussehen – in solchen Kategorien habe ich damals noch nicht einmal gedacht. Aber die Leute reagierten darauf. Also malte ich noch einen. Und noch einen. Und irgendwann wurde es zu der Arbeit, die ich am meisten liebte.
Die Beschreibung „cartoon-artig, aber real“ kam tatsächlich von Besuchern bei Präsentationen. Als ich das zum ersten Mal hörte, dachte ich: ja, das passt. Dann sagte jemand anderes genau das Gleiche. Also dachte ich mir: Wenn die Leute das so sehen, warum sich dagegen wehren?
Hat das Leben im Bow Valley deine Arbeit geprägt?
Absolut. Dieser erste Grizzlybär wurde von der hiesigen Tierwelt inspiriert. Wir haben sie in unserem Garten. Ich liebe sie – aber ich habe auch ein bisschen Angst vor ihnen. Deshalb schlafe ich nicht gut in Zelten. Dieser Ort, die kanadischen Rockies, ist eine ständige Quelle der Inspiration. Die Tiere, das Licht, die Landschaften – es ist einfach alles da.
Wie war es für dich, deine Arbeit in der „Happy Color“-App zu sehen?
Ganz ehrlich? Zuerst war ich überrascht. Ich hab mir die App angeschaut und dachte: „Malen nach Zahlen“? Macht das noch irgendwer? Dann habe ich es probiert – und es hat mich überzeugt. Es war entspannend und machte irgendwie süchtig.
Als die erste „Happy Color“-Sammlung veröffentlicht wurde, hatte ich sie noch nicht einmal angekündigt – aber meine Abonnenten haben sie sofort entdeckt. Sie waren begeistert ... und einige befürchteten sogar, dass jemand meine Kunst illegal kopiert hätte. Das war natürlich nicht der Fall – und ich fand es großartig, diesen Moment mit ihnen zu teilen.
Meine Tiere in diesem Format zu sehen, war so ein freudiges Ereignis. Ich fand es toll, wie die Sammlung präsentiert wurde. Die meisten habe ich sogar selbst ausgemalt.
Reden wir über Freude. Welche Rolle spielt sie in deinem kreativen Prozess?
Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es immer einfach ist. Wie viele Künstler bin auch ich mein eigener strengster Kritiker. Nachdem ich Stunden allein mit einem Bild verbracht habe, sticht mir jeder Makel ins Auge.
Aber dann teile ich das Bild. Und ich sehe jemanden lächeln oder erhalte eine von Herzen kommende Nachricht. Plötzlich geht es nicht mehr um Perfektion – sondern um eine persönliche Verbindung. Wenn meine Arbeit bei irgendjemandem ein Gefühl ausgelöst hat, hab ich meine Aufgabe erfüllt.
Wie sieht dein kreativer Prozess aus, von der leeren Leinwand bis zum letzten Pinselstrich?
Ich halte es ganz schlicht – nur ein paar Pinsel. Ich beginne mit einer Skizze, trage die Farben flächig auf und zeichne grob Licht und Schatten ein. Von da an geht es ums Verfeinern. Ein Trick, den ich immer anwende, ist das horizontale Drehen der Leinwand zusammen mit meinen Referenzen. Künstler machen das schon seit Jahrhunderten – es hilft, Fehler sofort zu erkennen. Darauf schwöre ich.
Du hast digitale Kunst erschaffen, lange bevor sie Mainstream wurde. Wie hat sich diese Reise für dich entwickelt?
Ich war noch nie ein traditioneller Künstler im klassischen Sinne. Ölmalerei oder Aquarell habe ich nicht studiert. Ich habe einfach gern gezeichnet. Meine digitale Reise begann in der Highschool – Pixel für Pixel mit einer Maus auf einem Macintosh, einfach zum Spaß. Dann kam mein erstes Wacom-Tablet im Paket mit Painter Classic. Von da an war ich süchtig danach. Die digitale Kunst war mein Zuhause.
Wie bleibt man in einer KI-gesteuerten Welt authentisch?
In der heutigen Zeit, in der KI und Filter einfach alles überfluten, muss ich oft erklären, dass meine Arbeit nicht KI-generiert ist. Dass nicht der Computer sie „erschafft“ – sondern ich. Das ist manchmal frustrierend, aber es motiviert mich auch, mehr von meinem künstlerischen Prozess zu zeigen. Das ist einer der Gründe, warum ich mich aktuell mehr auf YouTube konzentriere.
Woher weißt du, wann ein Bild fertig ist – wann der Charakter „lebt“?
Ah, die ewige Frage. Leonardo da Vinci sagte: „Ein Kunstwerk ist nie fertig, es wird nur verlassen.“ Das kann ich absolut nachvollziehen. Es gibt immer noch ein Haar oder eine Feder, wo du noch etwas ändern kannst.
Aber irgendwann kommt die Persönlichkeit zum Vorschein. Man erreicht einen Punkt, an dem es dich nicht weiterbringt, noch etwas hinzuzufügen – im Gegenteil, es könnte sogar schaden. Dann weiß ich, dass es Zeit zum Loslassen ist.
Ab sofort kannst du die Kollektionen „The Charmers' Club“ und „The Charmers' Club 2“ von Patrick LaMontagne in der App ausmalen.